„Inklusion muss gelebt werden“ SPD-Landtagsabgeordneter Gerhard Merz und SPD-Landtags- wahlkandidat Frank-Tilo Becher besuchen neue Koordinationsstelle für Migration und Behinderung der Lebenshilfe Gießen

17.09.2018

Pohlheim (-). „Erfolgreiche Integrations- und Sozialpolitik muss auch Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung einschließen“, eröffnet Frank-Tilo Becher anlässlich seines Besuches der neuen Koordinationsstelle für Migration und Behinderung der Lebenshilfe Gießen.


Gemeinsam mit seinem Parteikollegen, dem hessischen Landtagsabgeordneten Gerhard Merz interessiert sich der Gießener SPD-Landtagswahlkandidat vor allem für die vielfältigen Anliegen der hilfesuchenden Menschen, die sich seit ihrem Start im Februar dieses Jahres zahlreich an die Beratungsstelle in der Gießener Siemensstraße wenden.

„Der Bedarf ist uns entgegengesprungen, eine Verknüpfung der Behindertenhilfe mit den Themen Flucht und Migration war längst überfällig“, erläutert die Leiterin der Ambulanten Hilfen der Lebenshilfe Gießen, Martina Ertel. Aktion Mensch finanziert dieses innovative Projekt für drei Jahre. 
„Als Erstaufnahmeort mit Universitätsklinikum ist Gießen für viele Flüchtlinge mit körperlichen und psychischen Traumata erste Station in unserem Land,“ stellt Sozialexperte Merz mit Blick auf die große Nachfrage an entsprechenden Hilfsangeboten fest.
Dieser Verantwortung möchten wir uns als gemeinnützige Organisation für rund 2800 Menschen mit und ohne Behinderung in Stadt und Landkreis Gießen gerne stellen“, bestätigt Lebenshilfe Gießen Vorstand Dirk Oßwald. 
Der Bedarf für Migranten mit Behinderung ist offensichtlich: Aktuell unterstützt das zweiköpfige, mehrsprachige Team der Koordinationsstelle rund 30 Klienten aus unterschiedlichen Ländern – darunter Menschen aus Syrien, Afghanistan, aber auch aus dem europäischen Ausland. Smira Kaznawy, gebürtige Deutsche mit afghanischen Wurzeln, und Hakim Rasho, der vor drei Jahren selbst als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland gekommen war, unterstützen diese Menschen vielfach: 
Sie klären deren behinderungsspezifischen Unterstützungsbedarf, vermitteln Kontakte zu relevanten Institutionen, wie dem Betreuungsbüro des Landkreises Gießen, den Krankenkassen und Ärzten. Zudem helfen sie bei Anträgen für Behindertenausweise. 

„Wir strengen uns sehr an, diesen Menschen eine langfristige Perspektive auf gesellschaftliche Teilhabe zu geben“, verdeutlicht die 30-jährige Erziehungswissenschaftlerin Kaznawy.
„Ein wesentlicher Schritt hierfür ist Autonomie und Verselbstständigung dieser Menschen durch Arbeit“, ergänzt Stefan Bolz, Leiter des Kompetenzzentrums berufliche Bildung der Lebenshilfe Gießen, unter dessen Dach die Koordinationsstelle angesiedelt ist. 
Das so genannte „KobBi“ macht Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung vielseitige Arbeitsangebote: Innerhalb von 27 Monaten durchlaufen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Berufsbildungsbereich ein Eingangsverfahren mit anschließender Orientierungsphase, in der sie ihre Kompetenzen selbst entdecken sollen.
Im Anschluss wechseln sie in einen für sie passenden Arbeitsbereich wie beispielsweise Schreinerei, Werbetechnik, Bürodienstleistung,
Küche/Catering, Brennholzfertigung, Aktenvernichtung oder Landschaftsgärtnerei.
„Unser Ziel ist, Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung über Praktika möglichst zahlreich in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln“, stellt Bolz heraus. Dirk Oßwald ergänzt: „Hierfür braucht es mitunter auch wirtschaftliche Anreize wie das neue Budget für Arbeit, um Vorbehalte von Arbeitgeberseite aktiv aufzubrechen“. 
„Dies zeigt einmal mehr, dass Inklusion nicht nur von der Politik getragen, sondern auch von der Gesellschaft gelebt werden muss!“, stellt Frank-Tilo Becher abschließend fest.
Weitere Informationen zu den Angeboten der Lebenshilfe Gießen gibt es
unter www.lebenshilfe-giessen.de

Miteinander mehr bewegen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist eine gemeinnützige Einrichtung und begleitet über 2800 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben. Wir sind zusammen mit unseren neun  Tochtergesellschaften und unseren 1200 Mitarbeitern in 39 Einrichtungen und Diensten in Stadt und Landkreis Gießen aktiv. Wir bieten Leistungen in den Bereichen Kinder- und Familienzentren, Jugendhilfe, Bildung, Arbeit, Wohnen, Freizeit sowie Beratung für Menschen mit und ohne Behinderung. Unsere Konzepte sind bundesweit richtungsweisend und vom Gedanken der Inklusion getragen. Wir sind ein starker Partner der Wirtschaft in Mittelhessen. Mehr Informationen unter www.lebenshilfe-giessen.de