Ausbildung? Garantiert! – SPD-Fraktion im Hessischen Landtag will allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive geben

19.03.2018

Ausbildung? Garantiert! – SPD-Fraktion im Hessischen Landtag will allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive geben

Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hat in dieser Woche ihr Konzept zur Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung vorgestellt. Unter dem Titel „Ausbildung? Garantiert!“ hat eine Arbeitsgruppe der Fraktion Handlungsempfehlungen und Reformvorschläge erarbeitet, die dazu beitragen sollen, auch den Jugendlichen zu einer Berufsausbildung zu verhelfen, die bislang wenige oder keine Chancen auf eine Lehrstelle haben.

Bei der Vorstellung des Konzepts in Wiesbaden betonte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thorsten Schäfer-Gümbel, dass Bildung und Ausbildung die Schlüssel zu beruflichem und persönlichem Erfolg im Leben seien. „Wir dürfen nicht einfach hinnehmen, dass viele junge Menschen in Hessen keinen Abschluss haben, der sie auch formal für einen Beruf qualifiziert. Um das zu ändern, braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik“, sagte Schäfer-Gümbel.

Im Kern gehe es darum, wieder im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, dass eine Berufsausbildung genauso viel wert sei, wie ein Studium. Schäfer-Gümbel sagte: „Mit dem Versprechen auf sozialen Aufstieg durch Bildung ist eben nicht ausschließlich ein Hochschulstudium gemeint. Ein gut ausgebildeter Schreiner, eine qualifizierte Lackiererin, ein fähiger Chemikant oder eine souveräne Mechatronikerin sind jedem Akademiker ebenbürtig. Es gibt keine Hierarchie zwischen dualer und akademischer Ausbildung. Ausgehend von dieser Tatsache müssen wir dafür sorgen, dass jeder junge Mensch sich für den Werdegang entscheiden kann, der für ihn persönlich am besten ist. Dazu brauchen wir eine frühzeitige Berufsorientierung, mehr Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsgängen und mehr Unterstützung für diejenigen, die – warum auch immer – eine besondere Förderung auf dem Weg zur Ausbildungsreife benötigen. Das und weitere Maßnahmen haben wir in unserem Konzept gebündelt.“

Der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Gerhard Merz nannte ergänzend drei Kernforderungen der SPD für die künftige Orientierung der Berufsausbildung: „Erstens brauchen wir eine frühzeitige Berufsorientierung in allen Schulformen. Je früher man hier ansetzt, umso besser sind die Jugendlichen informiert und umso souveräner können sie die Entscheidung für den richtigen Weg ins Berufsleben treffen. Gerade eben hat auch die Enquête-Kommission Bildung des Hessischen Landtags die Bedeutung verpflichtender berufsorientierender Angebote in allen Bereichen des allgemeinen Schulwesens incl. der gymnasialen Oberstufe betont, in denen Studium und duale Ausbildung gleichrangig und interessenneutral behandelt werden sollen. Zweitens muss das Land wieder seiner Vorbildfunktion gerecht werden und mehr ausbilden. Die Zahl der dualen Ausbildungsverhältnisse – also das, was früher ‚Lehrstelle‘ hieß – in der Landesverwaltung ist von 2011 bis 2015 drastisch gesunken: von 806 auf 531. Die Begründung der Landesregierung, dass infolge des demografischen Wandels weniger junge Menschen eine Ausbildungsstelle benötigten, ist falsch. Noch immer benötigen Jugendliche Lehrstellen – der öffentliche Dienst muss da als Vorbild vorangehen. Drittens fordern wir, dass die Ausbildungsbereitschaft eines Unternehmens zum festen, verpflichtenden Kriterium bei der Vergabe öffentlicher Aufträge wird und nicht lediglich zu den Entscheidungsgründen bei der Auftragsvergabe herangezogen wird.“

Zu ihrem Berufsbildungskonzept hat die SPD-Fraktion im Landtag einen Beschlussantrag eingebracht, der die erforderlichen Veränderungen auf den Weg bringen soll. „Ohne Änderungen in unserem derzeitigen System können wir das Ziel, allen jungen Menschen in Hessen eine Zukunftsperspektive zu geben, nicht erreichen. Wir müssen gemeinsam darangehen, die Chancen derer, die bisher zurückgelassen werden, zu verbessern. Denn am Ende profitiert nicht nur jeder Einzelne von einem erfolgreichen Berufsleben, sondern auch die Allgemeinheit, die unter dem Fachkräftemangel schon heute leidet.“

Den Antrag der SPD-Fraktion finden Sie der Pressemeldung beigefügt, die Broschüre zum Ausbildungskonzept der SPD-Fraktion finden Sie zum Download unter https://www.spd-fraktion-hessen.de/spd_ausbildungspapier2018_web/