MEINE MEINUNG: Er kann’s nicht lassen!

(2.März 2014) In diesen schwarz-grünen Frühlingstagen ist viel vom neuen Stil die Rede, von einer neuen Kultur der Auseinandersetzung und was dergleichen Phrasen mehr sind. Was auch immer man davon halten mag, sicher ist: Einer wird seinen ganz alten Stil unerschüttert durch die ideologischen Anfechtungen der neuen Konstellation beibehalten und die Unkultur des Wilderns an den rechtsextremistischen Rändern des politischen Spektrums fortsetzen. Nein, Hans-Jürgen Irmer wird sich nicht ändern! Das hat er selbst erklärt und so verhält er sich auch.  

Unmittelbar nach Beginn der Arbeit der neuen Landesregierung wurden neue Akte seiner notorischen Grenzgängerei publik. Einerseits das schon sattsam bekannte Hetzen gegen Asylbewerber und andere Flüchtlinge in einer Sitzung des Kreistages des Lahn-Dill-Kreises, für die er – ebenfalls nicht zum ersten Mal – demonstrativ Beifall aus den Reihen der NPD erhielt. Seine diesbezügliche Propaganda und auch sein aggressiver Islamfeindlichkeit haben Irmer mittlerweile auch überregional bekannt gemacht.   Die Beilage eines Werbeflyers der Zeitschrift „Junge Freiheit“ zur jüngsten Ausgabe des „Wetzlar Kurier“ war ein weiterer Tabubruch Irmers. Die „Junge Freiheit“ gilt als Sprachrohr der so genannten neuen Rechten und versucht, den dumpfen Parolen von Rechtextremisten und Rechtsradikalen einen pseudointellektuellen Anstrich zu geben. Irmer hat dort schon häufiger publiziert und in seinen Artikeln auf sie Bezug genommen, er nutzt sie als Resonanzboden und bietet der Zeitung selbst in seinem eigenen Blatt einen Resonanzboden. Man lebt gut mit- und voneinander.

Dass in der besagten Werbebeilage Stimmung gegen die Große Koalition in Berlin und damit auch gegen die eigene CDU gemacht wird, stört ihn wenig oder gar nicht.   Ob er sich des Risikos, das von seinem Verhalten für die Koalition des neuen Stils ausgeht, bewusst ist? Er hat sich selbst einmal als „Sollbruchstelle“ für Schwarzgrün bezeichnet. Andererseits – so wiederum er selbst, und mit einer besonders gelungenen Formulierung – will er nicht „der Spaltpilz sein, mit dem man einen Keil zwischen CDU und Grüne treiben will“. Nach den mehr als lauen Reaktionen aus den Reihen seiner neuen politischen Bündnispartner von den Grünen muss man annehmen, dass diese Rechnung aufgehen wird! Die Grünen, die früher nicht genug von Irmer-Debatten im Landtag kriegen konnten, haben sich im jüngsten Konflikt sehr bedeckt gehalten. Klare Worte sollten, so hieß es - intern gesprochen werden. Na ja…..