Ungerecht und mittelmäßig!

(05.12.2007) Pisa 2006 zeigt erneut: Die deutschen Schulen sind nicht leistungsfähig! Allen Anstrengungen von Lehrern und Eltern, allen politischen Beteuerungen und allen Hoffnungen zum Trotz: Die deutschen Schulen sind im internationalen Vergleich nicht besser geworden. Auch in der neuen PISA-Studie der OECD rangiert Deutschland nur auf den mittleren Plätzen, vor allem in den zentralen Punkten Leseverständnis und Mathematik. Hier gibt es nur ganz geringfügige Verbesserungen. Lediglich in den Teilen der Naturwissenschaften sieht es etwas besser aus, aber auch hier ist der Abstand zum Spitzenreiter Finnland groß.  

Pisa 2006 zeigt erneut: Die deutschen Schulen sind sozial ungerecht! Die Leistungsunterschiede zwischen den Schulen sind in Deutschland ungefähr doppelt so groß wie in anderen OECD-Ländern - und je früher die Kinder auf unterschiedliche Schultypen verteilt werden, desto größer ist die Rolle des Elternhauses. Deutschland und Österreich sind die einzigen OECD-Länder, die Kinder immer noch mit 10 Jahren sortieren. Bei den Siegerländern lassen sich nur 10 % der Leistungsunterschiede durch die soziale Herkunft erklären.   Migrantenkinder sind besonders benachteiligt! Migrantenkinder sind nach wie vor doppelt abgehängt: Sie kommen oft aus sozial benachteiligten Familien und schneiden im Schnitt viel schlechter ab als ihre deutschen Altersgenossen. Der Unterschied entspricht laut OECD zwei vollen Schuljahren. Bei Migrantenkindern, die in Deutschland geboren wurden und ihre gesamte Schullaufbahn hier verbracht haben, ist der Abstand sogar noch größer, größer als in jedem anderen OECD-Land.  

Qualität und Chancengleichheit in der Bildung gehen Hand in Hand! Eine Verbesserung unserer Schulen muss deshalb an beiden Enden ansetzen. Die frühzeitige Auslese der Kinder ist pädagogisch unsinnig, sie trägt zur besseren Förderung der Kinder nichts bei und sie erhöht gleichzeitig die Bildungsungerechtigkeit. Längeres gemeinsames und gleichzeitig individuelles Lernen aller Kinder in kleineren Klassen und in Ganztagsschulen ist die zeitgemäße Antwort auf die pädagogischen und sozialen Herausforderungen, denen sich Schule stellen muss. Die Grundschulen, die bei der Internationalen Grundschullese-Untersuchung (IGLU) erneut sehr gut abgeschnitten haben, zeigen, dass das gelingen kann.   Wir räumen Bildungshürden beiseite und schaffen Chancengleichheit! Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg muss verschwinden, Aufstieg durch Bildung muss wieder möglich werden, Bildungsarmut darf sich nicht mehr vererben. Bessere frühkindliche Bildung in kostenlosen Kindertageseinrichtungen gleicht Entwicklungsnachteile aus.

Der Übergang zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule wird durch die Schuleingangsstufe optimal gestaltet. Die frühe Auslese wird überwunden und das starr gegliederte Schulsystem durchlässig gemacht. Schulen, die diesen Weg gehen wollen, erhalten die dafür erforderlichen Mittel. Dazu gehöre auch, dass diese Schulen als echte Ganztagsschulen arbeiten können. Mit dem ‚Haus der Bildung’ hat die SPD ein schlüssiges Bildungskonzept, das unsere Schulen leistungsfähiger und gerechter macht!