Merz hört mit

Unter dem Titel "Merz hört mit" erscheint diese Kolumne vierzehntägig auch auf der Onlineplattform fuldainfo.de
Mehr zum Hintergrund dieser Kolumenserie und zu ihrer Entstehung finden Sie hier.

Merz hört mit – Körpersprache oder: Mit breiter Brust auf Augenhöhe

Fulda/ Gießen. An diesem Tag des Endspiels bei der Fußballweltmeisterschaft, an dem die Nation focussiert ist auf den Gewinn des 4.Sterns, vulgo Titels, und an dem der Vater und vor allem die Mutti der Nation zum Zuckerhut eilen, um unserer Mannschaft – die übrigens noch keinen eigenen Namen hat, wie in Brasilien die Selecao oder in der Schweiz die „Nati“, der Ideenwettbewerb ist hiermit eröffnet – Rücken und Meniskus zu stärken, an diesem Tag also ist es angebracht, über die Beziehung von Fußball und Politik, von Körper und Geist, von Körper und Sprache, über Körpersprache zu sprechen.

Merz hört mit – Vor Ort im Nirgendwo

Fulda/ Gießen. Wo findet eigentlich Politik statt? Böse Zungen behaupten, nirgends. Demnach wäre Politik ein utopischer Zustand, da Utopie bekanntlich nichts anderes als „Nicht-Ort“ bedeutet. Da wir aber von mit „utopisch“ vernünftigerweise zu bezeichnenden Zuständen nach allgemeiner Auffassung weit entfernt sind, muss es Orte der Politik geben. Wir haben in dieser Kolumne (vgl. Kolumne Nr. 5) bereits länger über den Prüfstand als eine politisch bedeutsame Infrastruktureinrichtung gesprochen und auf deren chronische Überlastung hingewiesen.

Merz hört mit – Kein Ort. Nirgends. Niemals nicht.

Fulda/ Gießen. Es ist in dieser Kolumne letzthin über den Ort der Politik gesprochen worden. Das ist natürlich zu kurz gesprungen, denn vor Ort stellt sich die Frage an dieser Stelle auf einer ganz anderen Ebene. Würden wir die Frage nach dem Ort der Politik nur auf der räumlichen Schiene behandeln, dann wären wir schnell am Ende. Wenn wir die räumliche Schiene nicht als Experimentierfeld betrachten, auf dem die Schnittstellen des Raum-Zeit-Kontinuums bearbeitet werden, dann wird die Schiene schnell zum Irrweg, zum Holzweg, zur Einbahnstraße, ja: zur Sackgasse.

Merz hört mit – Die Mühen der Schiefen Ebene

Fulda/ Gießen. “Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns // Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.“ Als Brecht das schrieb, hatte er – so darf man vermuten – nicht die geringste Ahnung, genau wie recht er damit hatte. Denn fast alle der ansonsten unerforschlichen Wege der Politik laufen irgendwann auf die Ebene hinaus – und ach: welche Mühe hat man da.

Merz hört mit – ein zu weites Feld

Gießen/ Fulda. Wir haben beim letzten Mal das Problem der Ebenen in Politik und Gesellschaft einer näheren Betrachtung unterzogen. Dabei stößt man geradezu zwangsläufig auf das weitläufige Problem des Feldes, dem sich deshalb ja auch zu Recht ein eigener Forschungszweig, nämlich die Feldforschung, widmet. Bereits mit der Entwicklung der Drei-Felder-Wirtschaft hat der Mensch die Konsequenz aus der Erkenntnis gezogen, dass Ebenen (vgl. Die Mühen der schiefen Ebene) vor allem aus Feldern bestehen und dass „das Felder (sind), auf denen man Geld regenerieren kann“ (MdL-SPD).

Merz hört mit – Verkrustete Doppelstrukturen

Gießen. Ein wichtiger, nun ja: Ort der Politik ist die Struktur. Wer sich nicht in den krummen, ja labyrinthischen Strukturen der Politik auskennt, der ist verloren, wie es weiland Theseus ohne Ariadnes Faden gewesen wäre. Die Strukturen durchziehen die Ebenen und Felder der Politik (vgl. Merz hört mit, 24.August und 7.September 2014) mit ihren wirren und verwirrenden Mustern wie das Fettgewebe ein gutes Steak. Sie sind ebenso allgegenwärtig wie undurchschaubar.

Merz hört mit – „Schnipsel“, „Megatrend Kultur“

Gießen/ Fulda. Aus einem Vortrag von Jeanette Huber (Mitglied der Geschäftsleitung des „Zukunftsinstituts“, Megatrend-Expertin) auf der Tagung der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, Bad Nauheim, 2.Oktober 2014: Vielfaltkultur, Kultur der Wahl, Erinnerungskultur, Rezeptionskultur, Netz- und Link-Kultur, Kultur der Offenheit für Veränderung, Kooperationskultur, (Hoch-) Leistungskultur. „Da öffnet sich die Schnittstelle zum Megatrend Wissenskultur.“ Aber auch: „Da möchte ich noch mal für die Schule in die Gasse springen!“ Oder der Freiheit eine Bresche hauen!

Merz hört mit – Wer nix wird, wird Ikone!

Gießen. „Wer nix wird, wird Wirt, und wer gar nix wird, wird Bahnhofswirt!“ Das wusste der Volksmund in früheren Zeiten, als es noch Bahnhofskneipen gab, also vor sehr langer Zeit, zu berichten. Es lag darin ein gewisser Trost selbst für die, die es nicht weiter als bis zum Berufspolitiker, Filmschauspieler oder Fußballprofi gebracht hatten. Sie alle wussten, da kann noch was kommen. Mancher wurde dann sogar noch Volkswirt.

Merz hört mit – Eine Phrase kommt selten allein

Gießen. Die Kassen sind immer knapp. Die Kante ist immer klar. Keine Ecke ohne Kante. Keine Ecke ohne Punkt. Kein Eckpunkt ohne Papier. Das Merkmal ist immer alleinstellend. Das Mittel ist immer allheilend. Das Rezept ist immer patent. Die Entwicklung führt immer weiter. Die Moral ist immer doppelt. Die Taktik ist immer Salami. Kein Verdacht ohne General. Keine Vermutung ohne Unschuld.Die Straßen sind Einbahn. Die Eisen sind heiß. Die Geschichte ist Erfolg und der Erfolg ist eine Geschichte. Das Ergebnis ist immer offen. Der Turm leuchtet. Die Exzellenz clustert. Kein Finger ohne Food.

Merz hört mit – Auf gutem Wege in der Einbahnstraße

Fulda/ Gießen. Wir haben in dieser Kolumne schon mehrfach die Frage des Ortes der Politik beleuchtet, leider ohne wirklich zu klaren Ergebnissen zu kommen. Umso verständlicher wird da, dass Politik und Politiker ständig unterwegs sind. Mit Gerhard Polt gesprochen: Politik, das ist ein ambulantes Geschwerl, weshalb auch auf diesem Feld (zum Verhältnis von Politik und Feld vgl. Kolumne vom 7. September 2014) von einer zunehmenden Ambulantisierung gesprochen werden kann, die nichts anderes ist als der politische Ausdruck der prinzipiellen Unbehaustheit des Menschen.

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